Mein Gehirn! Das ist mir das zweitliebste Organ
Woody Allen
Die Videoarbeit Gedanken im Allgemeinen, keine Gedanken im Besonderen hat das Thema Denken zum Inhalt.
Wie arbeitet man mit Gedanken? ( Gedanken im Sinne von banalen, dahingedachten Gedankenketten )
Wie fängt man sie ein, hält sie fest?
Wie können Gedanken anderer verstanden und interpretiert werden?
Die Gedanken die in der Arbeit Gedanken im Allgemeinen, keine Gedanken im Besonderen verwendet wurden, wurden mit Hilfe von verteilten Tonbandkassetten gesammelt.
Ungefähr 100 Personen aus dem In- und Ausland wurden mit einem „Do it yourself“ - Interview - Päckchen versorgt und gebeten, die Kassetten mit ihren Gedanken zu bespielen und diese daraufhin an mich zu retournieren.
Dabei wurde versucht ein möglichst breites Spektrum an Personen zu gewinnen. Das retournierte Tonmaterial wurde digitalisiert und anschließend als drehbuchartige Anleitung zur Aufnahme der Videosequenzen verwendet.
Die bildliche Interpretation des gesammelten Materials ist sehr frei gewählt, etwa so frei, wie die Entstehung von Visualisierungen im Kopf bei verbal kommunizierten Beschreibungen. Wenn man sich etwas vorstellt, das man erzählt bekommt, klafft meist das im eigenen Geist entstandene Bild, mit dem der Wirklichkeit weit auseinander.
Einblicke in die Gedankenwelten anderer Personen werden ermöglicht. Der Wunsch anderer Leute Gedanken zu sehen oder deren Gedanken hören zu können, wird reflektiert.
Die Herangehensweise konzentriert sich auf das Dahingedachte, auf sich im Kopf abspielende Banalitäten, auf das ungerichtete, unabsichtliche, ungewollte Denken.
Die Arbeit Gedanken im Allgemeinen, keine Gedanken im Besonderen setzt sich aus acht unterschiedlichen Videoclips zusammen. Jeder Clip reflektiert die Gedanken einer anderen Person.
„Was weggedacht werden soll, ist nicht weniger als die Welt im ganzen, sofern sie räumlich vorgestellt werden kann.
Das denkende ich erfasst sich selber als einen irreduziblen Rest, der stets übrigbleibt, wenn alles Wegdenkbare weggedacht wurde.
Der cartesische Ursatz könnte darum lauten: ich denke die Welt weg, und was übrigbleibt, bin mit Sicherheit ich.“
Peter Sloterdijk. Wo sind wir wenn wir Musik hören? Versuch über den musikalischen Raum.
München .Unveröffentlichtes Typoskript. 1989
Länge: 18 min
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